discre

Gedichte:

pantia

Kassiopeia

Ein trüber Blick im Morgenspiegel, ich halte inne, das Bild verschwimmt. Vom düsteren Albtraum halb geborgen, müde Trauer dumpf verklingt. Erinnerung flammt in mir auf, und trägt zum Tatort mich zurück. Die Tränen nahm ich gern in Kauf, um’s früh erstickte Liebesglück.

Voller Inbrunst wild verzahntes Stroh entfacht und angesteckt. Mein Herz hat mich zu spät gewarnt, und die Revolte ausgeheckt. Sich gratulierend alte Geister tauchen auf und sinken nieder. Sie spotten schallend ihrem Meister und heulen immer gleiche Lieder: “Reibe nur Die müden Züge, doch verkauf’ uns nicht für dumm. Dein liebstes Spielzeug ist die Lüge, die Bühnenpossen absichtlich krumm. Nimm als Beispiel Deine Frauen: Beklagst Dich Wurm, daß Du allein. Gräbst doch Deine klebrigen Klauen gern in Weib, dass schwach und klein. Oder Deine Halbgebete die Du nuschelst in der Nacht. Aus wankelmütig weicher Knete wurde noch kein Mann gemacht.

“Die Liebe, die geht über Alles !”, säuselst Du schön selbstgerecht. Bei Deiner heiligen Ignoranz steht’s um jede Liebe schlecht. Wo bleiben Deine großen Taten, was hast Du hervorgebracht ? In Deinem Herzen faulen Saaten, ausgeschwemmt und ohne Kraft.” Die Geißelstimmen flauen ab, sie kriechen in den Sumpf hinab, der “Zweifel” heißt und sie ausspieh, und ihnen meine Stimme lieh.

Dass diese Teufel Unrecht haben, flüstert’s nun aus tiefer Brust, sich nur an meinen Sorgen laben, meinem Unmut und Verdruss: “Gib dem Treiben eine Richtung, folg’ dem Dir bestimmten Tanz. Sei wahrhaftig und gemütlich, pfeife auf den Mummenschanz. Nun schließ’ die Augen, Du brauchst nicht zu glauben, daß Du fällst anheim Finsternis und Pein. Noch flitzen Gedanken, geschäftiges Treiben, wart’ noch kurz ab, sie lassen es bleiben.

Sie gleiten herab wie fallendes Laub, sinken hinunter wie tanzender Staub. Schau, was sich verändert, und sanft sich verschiebt, Das Gefühl, was wichtig ist, sich allmählich verbiegt. Vielleicht siehst Du Bilder, die kommen und gehen, erst um Dich kreisen um dann zu verwehen. Nutz die Visionen von innen nach außen, sie wirken von Selbst, laß sie frei laufen. Wir beide sind uns wohl bekannt, ich herrsche in Deinem verborgenen Land. Herr Brehm nennt mich eine Kröte mit Schild. Sieh’s als Symbol und als wirksames Bild. Obwohl Du mich nach unseren Treffen vergisst, wirk’ ich von innen mit weiser List. Brauchst nicht weiter grübeln und darfst Dich gern wagen, in Dein Herz zu schauen, Kassiopeia zu fragen.”

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In Gedenken an den Zauberer von Loroszó, ein Symbol zu setzen der Vergangenheit. Impressum:

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