Involution - Evolution
Der Sohn bricht entzwei, gespannt wird das Seil.
Nur im Scherenlicht wächst der Zauberwicht.
Tuchfühlung von früher, kam spät erst hinüber.
Das Menschsein gewollt, kein Zwerg noch Kobold.
Vom Trieb nun geprägt, doch auf seinem Weg.
Soll im Nebel wandern, für sich erst ganz langsam.
Zieht von sich heraus nach Außen hinaus.
Das Tor nun im Rücken darf das Fleisch entzücken.
Im Muster verwebt: Gefühlsstoff entsteht.
Verbindlich, nicht rein, aus Begierdenrotwein.
Immer öfter verprellt von der glitzernden Welt,
Ein taubes Gefühl vom wilden Gewühl.
Er wirkt ausgebrannt, wird uninteressant.
Es dämmert nun vage die schwierige Lage,
der Sohn ist enttäuscht, die Wahl wird bereut:
“Schau aus dem Fenster im windenden Schein,
düstere Schatten verhüllen das Sein.
Holper und Stolper in finsterer Nacht,
tapsend und tastend im blind´ Ungemach.
Du kannst Dich viel wenden und Dich auch drehen,
kannst noch so weit gehen, doch wirst nicht viel sehen.
Merkst was hier los ist, es ist schnell gesagt:
Es ist diese Welt und mein Gott hat versagt.
Gewunden, geschunden und abreagiert,
getrieben von Trieben ist schon einstudiert,
kreisende Muster im Tanze erstarrt,
ich träum vom Erwachen, der Schlaf ist nicht zart.
Erwachende Träumer und schlafende Richter,
getauschte Rollen, erboste Gesichter.
Die Zeit läuft nicht vorwärts, sie zieht nur davon,
dumpftrübe Sinne, halt´ nichts mehr davon.
Geronnene Säfte, erkaltete Glut,
hier ist nichts zu holen, ich nehm´ meinen Hut.
Silbernes Podest, abgeschabt bis zum Rest.”
Er schwimmt auf der Welle und tanzt in der Gischt,
bis der Wind dreht und die Woge verwischt.
Soll er ertrinken oder gedeihn,
den Neptun umarmen mit bleichem Gebein.
Der Sohn schaut nach oben und sieht ferne Wellen,
liegt am Meeresgrund beim finstern Gesellen.
Er atmet tief ein, schmeckt salzige Flut.
Da im letzten Zug in erschlaffenden Händen,
erlischt rote Glut, der Kampf scheint zu Ende.
Der Schleier fällt, er blickt sich um.
Noch wogt es um ihn, ein Kind lacht stumm.
Dann wirre Irrlichter und glitzernde Felder,
fremde Symbole und rufende Wälder.
Und wieder ein Lachen, ein waberndes Treiben,
klopfender Schmerz von verklingendem Leiden.
Er tastet umher in seinem Verliesse,
fixiert seinen Blick auf den Berg in der Tiefe.
Mit suchenden Augen schaut er nach innen,
sieht Burgen des Wahnsinns mit strahlenden Zinnen.
Die strahlenden Zinnen scheinen zu spiegeln,
beginnen sein Bild von innen aufzuwiegeln.
Als der Glanz verschwimmt und die Nacht um ihn greift,
vergisst er zu hoffen, sein Zaudern entweicht.
Was ihm so wichtig, als heilig erachtet:
Verblichener Glanz aus der Ferne betrachtet.
Das dreidimensionale Gefüge
kennt der Sohn nun zur Genüge,
Er richtet sein Werkzeug zum Himmel hinauf,
der wartet schon lange, Tag ein und Tag aus.
All sein Tun streift von ihm ab,
die ganze Welt fällt in den Sack,
als würde alles gleich zerspringen,
Verwirklichung die Wahrheit bringen.
Sein Denken, sein Fühlen ein Spiegel ganz klar,
gleich seiner Seele: weiträumig und nah.
Sein Dasein ist nicht mehr im Ego fixiert,
zu helfen, zu dienen ist nun anvisiert.
Von wo es gekommen, wohin es wohl geht,
er kann nicht mal sagen, wo´s überhaupt steht.
Die Verbindung kann wachsen, wird stark und gesund,
aller Beteiligten Wohl steht im Vordergrund.
Dann steht der Sohn zum Dienst bereit,
die Nacht ist vorüber, der Tag macht sich breit.
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